Chronik...
… über die Geschichte und Entwicklung unserer Arbeit im Überblick
Anfänge des Kommunikationsforums
Kampfgeist des Kommunikationsforums wächst...
Aufklärungsarbeit bei unseren KoFo-Abenden…
Wechsel der Zugehörigkeit des Kommunikationsforums
Kommunikationsforum in der gegenwärtigen Situation
Anfänge des Kommunikationsforums
Nach Einführungen der ersten Gebärdenkurse in der Münchner Volkshochschule im Februar 1979 trafen sich Gertrud Mally und hörende TeilnehmerInnen in Lokalen, um neueste Informationen mittels Gebärden austauschen zu können und das Thema über die Gehörlosenkultur zu sensibilisieren. Nach und nach kamen auch andere Gehörlose dazu. Nach diesen regelmäßigen Treffen wurden sodann die Abende des Gebärdensprachkreises (auch Stammtisch-Treff genannt) für Gehörlose und Hörende im Jahr 1983 „ins Leben gerufen“. Diese Initiativegruppe beschloss nach einem Jahr die Gründung einer Selbsthilfegruppe, die am 4. Oktober 1984 bundesweit mit dem Namen Kommunikationsforum (Abk. KoFo) in München gegründet wurde. In ganz Deutschland spielt das Kommunikationsforum München eine Vorreiterrolle und es verbreitete sich in fast allen Großstädten in Deutschland. In einigen Städten – zum Beispiel auch in Augsburg – hat die Aufarbeitung unserer Gebärdensprache und Gehörlosenkultur in der Basisgemeinschaft der Gehörlosen erst in den 90er Jahren begonnen.
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Gertrud Mally |
Walter Eberhart |
Kerstin Mackevicius |
In Augsburg wurde das KoFo am 1. Oktober 1992 von der damaligen Arbeitsgemeinschaft der Gebärdensprachkursleiter/-innen (Abk. ARGE) in Schwaben unter der Leitung von Walter Eberhart gegründet. Um die Aufgaben (KoFo und Gebärdensprachkurse) dieser ARGE zu entlasten, wurde das Kommunikationsforum Augsburg am 11. Februar 1994 verselbständigt und ist als Selbsthilfegruppe dem Bezirkverband der Gehörlosen Schwaben e.V. untergeordnet. Seitdem übernahm das Gründungsmitglied Kerstin Mackevicius die Aufgaben als Sprecherin und Diskussionsleiterin dieses Forums. Von da an fanden jährlich im 2monatlichen- und ab 2000 aus finanziellen Gründen nur noch im 3monatlichen-Turnus die KoFo-Veranstaltungen in Augsburg statt.
Das 10jährige Jubiläumsfest des Münchner Kommunikationsforums am 8. Oktober 1994 gab erstmals die Gelegenheit für alle leitenden Personen der Kommunikationsforen aus ganz Deutschland, erste Erfahrungen zur Arbeit im Forum in einem Workshop zu ermöglichen und auszutauschen. Auch unser KoFo war dabei. Im Jahr 1995 folgte das 1. Bundestreffen in Kassel und in den späteren Jahren in anderen Städten (1996 in Leipzig, 1997 in Freiburg, 1999 in Berlin), wo sich die Leiter über die Diskussionsregeln, Rhetorik und aktuelle gehörlosenpolitische Themen wie zum Beispiel über die Rechte als Gehörlose, Gleichstellung Gehörloser, Gesetzliche Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit u.a. informieren und miteinander diskutieren konnten. Dass die Bundestreffen der Foren überhaupt zustande gekommen waren, haben wir dem Münchner KoFo zu verdanken. Die Zusammenarbeit zwischen dem Münchner KoFo und Augsburger KoFo war bedeutend, so dass wir Augsburger mit großem Engagement die Initiativen der Münchner mittels Unterschriftenaktionen, zum Beispiel Forderung nach einer gebärdensprachfreundlichen Lehrstuhlbesetzung für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik an der Universität München; besserer Zugang zu den Medien - also mehr Untertitel, Dolmetschereinblendungen im TV u.a. - unterstützt haben. Durch diese Gemeinsamkeit wurde die Kooperation zwischen dem KoFo-München (Team Bengt Förster und Addy Weber) und unserem KoFo-Augsburg gefestigt, so dass wir gemeinsam die Erfahrungen auf gehörlosenpolitischer Ebene austauschen konnten. Dank des Bundestreffens begann auch die erste Zusammenarbeit mit den Kommunikationsforen aus Bayern (Würzburg und Nürnberg). So starteten wir im Februar 1995 erstmals die gemeinsame Aktivität mit einem großen Ziel der gesetzlichen Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache, indem wir ein Petitionsschreiben mit Stellungnahmen an den Petitionsausschuss im Bayerischen Landtag ausgearbeitet haben. Auch die gemeinsame Teilnahme an der Protestdemonstration im Rahmen des Welttages für Gehörlose, die vom Gehörlosenverband München und Umland (ehemals Stadtverband der Gehörlosen München) durchgeführt wurde, folgte im September 1995. Durch das Tragen der gemeinsamen T-Shirts mit dem Motto „Kommunikationsforum – SELBSTBEWUSST durch mehr Wissen! Dank KoFo!“ stellten wir dies als das Zeichen des Solidaritätsgefühls und der Wichtigkeit für eine gute Kooperation der KoFo-Teams aus ganz Bayern dar. Im Juni 1996 entstand dann das erste KoFo-Bayern-Treffen in Nürnberg, wobei wir über die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache und Ergebnisse über unsere Petition im Bayerischen Landtag diskutierten. Das blieb nicht das erste Treffen, sondern drei weitere Treffen folgten erneut in Nürnberg (Okt. 1996), danach in Würzburg (1997) und auch Vaterstetten (1998).
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Gruppenbild KoFo-Bayern (Augsburg – Lindau – München – Nürnberg – Würzburg), 1996 |
Kampfgeist des Kommunikationsforums wächst…
Am 28. September 1996 anlässlich des Welttages der Gehörlosen veranstaltete der Bezirksverband der Gehörlosen Schwaben e.V. unter Organisation des Kommunikationsforums Augsburg einen Demozug mit der Kundgebung, eine Podiumsdiskussion mit politischen Gästen unter dem Motto „Information statt Isolation“ in Augsburg und ein Familienfest im Gehörlosenzentrum in Friedberg-West.
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Demonstration in Augsburg am 28. September 1996 |
Vor dem Beginn der Podiumsdiskussion entstand helle Aufregung unter den Gehörlosen durch die Verteilung der Flugblätter über die Stellungnahme des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen e.V., zumal dieser keinen Handlungsbedarf für die gesetzliche Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) sah und die Grammatik der Gebärdensprache mit einer primitiven Sprache verglich. Danach gab es Hagel von vielen Gegenargumenten und Erklärungen zu diesem Papier des Landesverbandes. Der Bayerische Interessenverband zur gesetzlichen Anerkennung der Gebärdensprache (heute: Bayerische Gesellschaft zur Förderung Gehörloser und Schwerhöriger e. V) wurde kurz danach gegründet und viele Vereine schlossen sich diesem Interessenverband an, auch das KoFo-Bayern war mit von der Partie…
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Nicht lange ließ das KoFo-Bayern auf sich warten und alle leitenden Personen und MitarbeiterInnen der Kommunikationsforen trafen sich, um Gegenargumente zu sammeln und so tauchte die Nürnberger Erklärung auf, auf der wir uns von der Äußerung des Landesverbandes klar distanzierten. Die Gegenparteien dieses Landesverbandes waren politisch sehr aktiv und kämpften unermüdlich um die gesetzliche Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache. Eine Anerkennung bedeutet das Recht auf gebärdensprachlichen Unterricht in Gehörlosenschulen, das Recht auf GebärdensprachdolmetscherInnen und auch eine Ausweitung der gedolmetschten Nachrichten im TV. Zu unserer Freude wurde seit dem 1. Juli 2001 die Deutsche Gebärdensprache als gleichberechtigte Kommunikationsform im Sozialgesetzbuch SGB IX und seit Mai 2002 im Bundesgleichstellungsgesetz anerkannt, und in Bayern im Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetz Juli 2003. Nach gesetzlicher Anerkennung der Gebärdensprache hatte der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen e.V. um Entschuldigung für seine ablehnende Haltung zur Anerkennung unserer Sprache gebeten, die auch von allen angenommen wurde. Nun stand der Weg frei für unsere gemeinsame Arbeit für die Zukunft zur Verbesserung der gegenwärtigen Situation Gehörloser in Deutschland!
Aufklärungsarbeit bei unseren KoFo-Abenden…
Vor mehr als 15 Jahren war den Gehörlosen gar nicht bewusst, dass sie einer sprachlichen und kulturellen Minderheit angehören. Sehr lange hatten sie sich schon damit abgefunden, eine Randgruppe in der Gesellschaft zu sein. Da die Gehörlosen aufgrund ihrer Kommunikationsprobleme mit Hörenden die Diskriminierungen im Alltagsleben schweigend hinnahmen anstatt für ihre Rechte und um die Gleichberechtigung zu kämpfen, ist die hörende Gesellschaft deshalb nicht gut oder gar nicht aufgeklärt, wie sie mit den Gehörlosen umgehen sollen und es den Betroffenen gerecht wird. Aufgrund schlechter Erfahrungen in der Kommunikation mit den hörenden Menschen oder wegen mangelndem Selbstbewusstsein grenzten sich Gehörlose oft selbst aus. Oder sie ließen sich von den gutsprechenden Ertaubten beeinflussen, so dass sie keine eigene Meinungsbildung hatten, zum Beispiel um die Definition der Deutschen Gebärdensprache. Durch unsere Vermittlung von kompetenten Fachreferenten konnte das fundierte Wissen mittels der Deutschen Gebärdensprache an die Basis weitergegeben werden, so wurde dem Publikum bewusst gemacht, welche Rechte die Gehörlosen in der hörenden Gesellschaft haben. Ihnen wird auch zum Beispiel vermittelt, dass in den 60er Jahren William C. Stokoe, ein Sprachwissenschaftler an der Gallaudet Universität in Washington D. C. (USA), einer der ersten war, der die Gebärden der Gehörlosen sprachwissenschaftlich untersuchte. Die Erforschung der Gebärdensprachen verbreitete sich ausgehend von den USA auf der ganzen Welt. In Deutschland beim ersten Gebärdenkongress im September 1985 in Hamburg gab der Sprachforscher Sigmund Prillwitz allen bekannt, dass die Gebärdensprache über zahlreiche und komplexe grammatikalische Strukturen verfügt. Dort wurde bewiesen, dass die Gebärdensprache eine eigenständige Sprache für Gehörlose ist. Die Aufarbeitung der Geschichte und Sprache der Gehörlosen leistet einen wichtigen Beitrag zur Gehörlosenkultur und Stärkung des Selbstbewusstseins Gehörloser. Traditionelle Bezeichnungen wie „hörgeschädigt“ kommen aus der Medizin und vernachlässigen die kulturelle Identität der Gehörlosen. Denn laut dem audiologischen Befund bedeutet hörgeschädigt das Nicht-hören-Können, aber aus unserer soziologischen Sicht hat die Gehörlosigkeit einen kulturellen Sinn. Die Gehörlosengemeinschaft wird als eigene kulturelle Gemeinschaft mit eigenen Werten und einer eigenen Sprache angesehen. Beim KoFo-Abend werden die Gehörlosen bestärkt, dass es für sie kein Problem ist, nicht hören zu können – wenn sie von der Gesellschaft unterstützt und nicht unterdrückt werden. Und vor allem, dass sie zum Beispiel im beruflichen und alltäglichen Leben auch genauso viel erreichen können.
Unser Leitsatz:
Das können wir auch!
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KoFo am 07.12.2006 (Amerikanische Gehörlosenkultur): aufmerksame ZuschauerInnen |
Zu unserem großen Bedauern wird auch heute noch in Deutschland der reine Lautsprachunterricht favorisiert, Gebärdensprache wird am Rande liegend zum Einsatz gebracht und nur hin und wieder werden bilinguale Schulprojekte durchgeführt. Auch in unserer Region sind nur wenige Pädagogen gebärdensprachkompetent und viele haften weiterhin ganz fest an der alleinigen Hörerziehung und dem Artikulieren, anstatt das Wissen mittels der Gebärdensprache zu unterrichten. Leider hat man hier in Deutschland nicht bundesweit erkannt, dass gehörlose Lehrer für Bildung und Erziehung gehörloser Kinder unverzichtbar sind. Nicht nur, dass sie in der Kommunikation perfekt sind, sie sind auch Vorbilder für diese Kinder, also zwecks Identifikation der Rollenmodelle. Die gegenwärtige Situation in Gehörlosenschulen hat sich leider nicht oder minimal bis auf wenige Ausnahmen gebessert. Wir hoffen, dass noch viel mehr Pädagogen in unsere Welt „eintauchen“ und erkennen, dass unsere Sprache vollwertig, gleichwertig und sehr ausdrucksstark ist. Und es mit Freude anzusehen ist, wie schnell gehörlose Kinder, die in DGS unterrichtet werden (siehe Projekte aus anderen Schulen), Fortschritte erzielen und Spaß am Lernen bekommen!
Wechsel der Zugehörigkeit des Kommunikationsforums
Bis zur Gründung eines weiteren Kommunikationsforums in Lindau im Bezirk Schwaben, war unser Forum als einzige solche Organisation dem Bezirkverband der Gehörlosen Schwaben untergeordnet, das versucht, die Diskussionsabende für die Gehörlosen aus ganz Schwaben auszurichten. Um die Gleichberechtigung gegenüber anderen KoForen sicher zu stellen, war der Wechsel vom Bezirkverband in den Gehörlosenverein nicht abwendbar. Seit 1. Januar 1999 wurde unser Kommunikationsforum-Augsburg als Selbsthilfegruppe vom Gehörlosenverein Augsburg 1902 e.V. aufgenommen. Der Nachteil dieses Wechsels ist der Wegfall von der Zuwendung zur Förderung von Selbsthilfegruppen für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit, zumal dieser Verein diese Zuwendung schon hat und die Doppelförderung entgegen der Aussage des Bezirksverbandes der Gehörlosen Schwaben nicht möglich war. Von da an beginnt das KoFo-Augsburg mit dem Kampf um den Erhalt unserer Veranstaltungen! Dass auch noch der Bezirk Schwaben die Zuwendungen für die Dolmetscherkosten nur sehr begrenzt übernahm, war für uns eine große Geduldsprobe, all diesen finanziellen Problemen zu trotzen. So wurden erstmals Eintrittskosten eingeführt, um die Referatskosten bzw. Fahrtkosten überhaupt noch finanzieren zu können. Da die Eigenmittel für solche Ausgaben nicht ausreichten, konnten einige Kosten mit Hilfe von Stiftungen aus Augsburg abgedeckt werden. Unser Dank gilt vor allem der Leiterin Frau Seidel von der Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen im Gesundheitsamt Augsburg, die mit uns nach einer Lösung der finanziellen Unterstützung für die Ausgaben z.B. Referats- und Dolmetscherkosten suchte. Um das Ganze finanziell weiter abzusichern, verzichtete Kerstin Mackevicius bei ihren Vorträgen über Gehörlosigkeit in anderen Einrichtungen - wie zum Beispiel beim Roten Kreuz, bei der Bereitschaftspolizei und in hörenden Grundschulen - auf ihre Referatskosten, so dass diese als Spende auf das Konto des Kommunikationsforums weitergeleitet wurden. Einziges Trostpflaster für den Wechsel in den Gehörlosenverein Augsburg ist jedoch, dass der Vorstand uns freie Entscheidung für unsere Themenwahl und unsere Aktivitäten überließ. So kehrt wieder Harmonie, Frieden und Freude an der Arbeit in unserem KoFo-Team ein.
Öffentlichkeitsarbeit
Unsere weitere Herausforderung ist die Aufklärungsarbeit für hörende Grundschüler - meist Viertklässer - die sich mit dem Thema „Ohr“ beschäftigen, für mehr Verständnis im Umgang mit den Gehörlosen zu sorgen und sie feinfühlig zu machen. Ihnen wurde mit Fingerspitzengefühl beigebracht, dass die Gehörlosigkeit mit der Lebenssituation, Kultur und sozialen Reaktionen ebenso feste Regeln im Kommunizieren verbunden ist. Also nicht der Hörstatus ist entscheidend. Selbstverständlich und mit Akzeptanz sollten die Kinder lernen, mit den gehörlosen Menschen umzugehen, wenn sie mal irgendwann Gehörlosen begegnen. So werden die Hemmungen bei den Kindern spielerisch weggenommen, und sie wissen, dass die Gehörlosen ihr Alltagleben genauso gut führen können, wie Hörende auch, sofern die Kommunikationsbarriere behoben ist. Bei diesen Referaten haben die eifrigen Kinder stets genug Möglichkeiten, Fragen zu stellen. Während des Referates erkennen sie durch den Einsatz einer Gebärdensprachdolmetscherin, wie die Kommunikationsbarriere zwischen Gebärdensprachbenutzern und Lautsprachbenutzern leicht beseitigt werden kann.
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| Bild oben links: Kerstin Mackevicius in ihrem kindgerechten Referat über Gehörlosigkeit mittels der Deutschen Gebärdensprache in der Diedorfer Grundschule 2003 |
| Bild oben Mitte: Michi Herdegen zieht die begeisterten Kinder beim Dolmetschen auch leidenschaftlich mit. |
| Bild oben rechts: Ein Mini-Gebärdensprachkurs kommt auch in diesem Referat nicht zu kurz, die Kinder lernten eifrig mit, sogar die beiden Lehrer haben beim Lernen großen Spaß, wie man auf dem Bild sieht… |
| Bild unten: Auch die Kleinsten lassen sich von der „Magie“ der Gebärdensprache flugs verzaubern und haben schnell ihr Herz daran verloren! Hoch mit den Händen, damit der Applaus auch wirklich bei den Gehörlosen ankommt…! |
Um den Kids mit Freude und Spannung viele interessante Fragen in Gebärdensprache zu entlocken, kam Kerstin Mackevicius auch zu den gehörlosen Schülern in die Tagesstätte des Förderzentrums Augsburg und stillte den „Hunger“ nach Infos. So haben die gehörlosen Kinder die Möglichkeit, sich mit gehörlosen Erwachsenen zu identifizieren, um auch die selbstbewusste Seite der Gehörlosen kennen zu lernen und es wird gleichzeitig das Selbstbewusstsein dieser Schüler bestärkt. Hinzu kommt, dass sie erfahren, dass man trotz Gehörlosigkeit viel erreichen kann – „Balsam für die Seele“!
Kommunikationsforum in der gegenwärtigen Situation:
Die Veränderungen in den letzten Jahren sind deshalb entstanden, weil viele unserer Ziele wie zum Beispiel gesetzliche Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache und das Inkrafttreten des Sozialgesetzes, sowie des Bundesgleichstellungsgesetzes mit Erfolg umgesetzt wurden. Weiter wurde unsere Gebärdensprache auch durch die positive Gebärdensprachforschung bei der hörenden Gesellschaft zunehmend anerkannt. Die Bewegung der Gehörlosen wurde stärker und sie sind stolz auf sich selbst und die Gebärdensprache! Der Deutsche Gehörlosenbund bietet verstärkt Bildungsseminare für gehörlose Kinder und Jugendliche im Rahmen des Kinder- und Jugendcamps an. Außerdem leben wir im Computer-Zeitalter, das zu unserem großen Vorteil bessere Bildungsmöglichkeiten verschafft, hier zum Beispiel Zugang zum Internet. So können Gehörlose aus „erster“ Hand erfahren, wofür sich momentan der Deutsche Gehörlosenbund und die anderen Verbände eingesetzt haben. Im Internet kennen die Gehörlosen keine Kommunikationsbarrieren. Aus diesen oben beschriebenen Gründen ist die Anzahl der Kommunikationsforen aus ganz Deutschland deutlich geschrumpft. In Bayern existieren derzeit nur noch unser KoFo-Augsburg und das KoFo-Nürnberg. Manche Vereine bieten jedoch ähnliche Veranstaltungen, wo man sich informieren kann und die Möglichkeiten hat zum Diskutieren, z.B. in München GMU-Cafe. Unser KoFo bietet verschiedenste Themen an, die nicht nur gehörlosenbedingt sind, sondern auch aus anderen Bereichen z.B. Gesundheit, Esoterik, Finanzen. So möchten wir den Besuchern eine bunte Palette anbieten und diese anderen Themen sind für Gehörlosen oft erst mal neu und fremd. Ab und zu bieten wir auch neben den Diskussionsabenden ein geselliges Beisammensein an z.B. bei unseren Freiluftkinoveranstaltungen, wo wir Kinofilme (mit Vorführlizenzen!) und Untertitel zeigen.








